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VOM PAPYRUS ZUM BUCH - 5. KLASSEN AUF ZEITREISE IM BIBEL MUSEUM NÜRNBERG

Die Bibel ist das wohl bekannteste Buch der Welt und wurde in unzählige Sprachen übersetzt. Menschen verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Alters kennen sie und die biblischen Geschichten werden auch heute noch gelesen, erzählt oder verfilmt. Doch wie kam es dazu, dass aus lange vergangenen Ereignissen, Worten und Taten ein so bedeutsames Buch wurde?

Dies konnten die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen am 15.7. und 17.7.2026 im Bibel Museum Bayern in Nürnberg erfahren. Zunächst kamen die Kinder mit ganz unterschiedlichen Gedanken im Museum an: einige mit freudiger Erwartung, mehr über die spannenden Geschichten zu erfahren, die sie bereits aus dem Unterricht oder von Gottesdienstbesuchen kennen, andere wiederum mit einigen Zweifeln, ob das Thema für sie heute noch so interessant ist. Überrascht waren sie schließlich alle, denn schon die ansprechende Gestaltung der Räume machte es ihnen leicht, sofort in die Vergangenheit einzutauchen und auf eine Zeitreise zu den Anfängen der Bibel zu gehen.

Sie erfuhren, wie die besonderen Geschichten weitergegeben und erhalten wurden, bis sie schließlich in der gedruckten Bibel, wie wir sie heute kennen, für jeden zugänglich wurden. Wie mühsam dieser Prozess war, konnten die Schülerinnen und Schüler schließlich selbst erfahren. Wer schon einmal versucht hat, mit Feder und Tinte einen hebräischen Bibelvers von rechts nach links zu schreiben, der kann verstehen, wie wertvoll die überlieferten Geschichten für die Menschen schon damals waren. Wieso hätte man sonst so einen großen Aufwand betrieben? Bei dem Versuch, ihren Bibelvers fehlerfrei und schön abzuschreiben, wurde den Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern klar, dass es damals weder Tintenlöscher noch moderne Technik gab - wer einen Fehler machte, musste noch einmal ganz neu beginnen. Und in Zeiten ohne Drucker oder Kopierer wurde natürlich alles per Hand geschrieben - für die Schülerinnen und Schüler nur schwer vorstellbar, bis sie schließlich im Museum Nachbildungen einer über sieben Meter langen Schriftrolle und einer mittelalterlichen Bibel betrachten konnten.

Auch wenn die Bibel die heilige Schrift des Christentums ist, steht sie doch auch in engem Zusammenhang mit dem Judentum und dem Islam. Dies konnten die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler an einer interreligiösen Station erfahren und dabei anhand von Videoausschnitten authentische Einblicke in einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen drei Religionen bekommen.

Am Ende der interaktiven und kindgerechten Führung durch das Museum war den Schülerinnen und Schülern einmal mehr klar: die Bibel ist viel mehr als ein Buch - sie ist Geschichte, Kultur und Lebensbegleiter, damals wie heute.

 

StRin Viviane Dellert