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VON LEBERKÄSE-CORDON-BLEU BIS FILM NOIR - W-SEMINAR ZU GAST AN DER FAU ERLANGEN-NÜRNBERG

Einen spannenden Einblick in die Welt der Literaturwissenschaft erhielten die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des W-Seminars Deutsch Mord und Totschlag - Verbrechen in Literatur und Film bei einer Exkursion an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Nach der gemeinsamen Zugfahrt erkundete die Seminargruppe zunächst den Universitätsstandort Erlangen. Dabei standen die Universitätsbibliothek, das Kollegienhaus und das Erlanger Schloss samt Schlossgarten auf dem Programm.

Anschließend war das Seminar zu Gast am DFG-Graduiertenkolleg Literatur und Öffentlichkeit in differenten Gegenwartsliteraturen. Nach einer Vorstellung des Kollegs berichtete eine Doktorandin von ihrem eigenen Forschungsprojekt und gab interessante Einblicke in ihre wissenschaftliche Arbeit.

Den Höhepunkt des Tages bildete eine etwa einstündige Seminarsitzung mit Prof. Dr. Dirk Niefanger, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Im Mittelpunkt stand dabei das Genre des Regionalkrimis. Mit der Frage, wer regelmäßig den Tatort verfolgt und worin sich dieser eigentlich von James Bond unterscheidet, führte Prof. Niefanger die Gruppe direkt in die Thematik ein. Gemeinsam wurden typische Merkmale des Regionalkrimis herausgearbeitet und anhand verschiedener Beispiele diskutiert.

Besonders anschaulich wurde dies am Beispiel von Rita Falks Erfolgsroman Leberkäs-Junkie. Für einige Heiterkeit sorgte die Lektüre des im Buch abgedruckten Rezepts für ein Leberkäse-Cordon-Bleu. Schnell entwickelte sich eine lebhafte Diskussion darüber, weshalb eine Krimiautorin überhaupt ein Kochrezept in ihren Roman integriert. Dass dabei bei einigen Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern durchaus Appetit auf die bayerische Spezialität aufkam, sorgte für zusätzliche Erheiterung.

Auch weitere Werke wie Carina Heers Das Bierkomplott oder Bretagne-Krimis wurden herangezogen, um zentrale Fragen zu diskutieren: Warum greifen Leserinnen und Leser gezielt zu regional verankerten Krimis? Weshalb identifizieren wir uns mit deren Figuren und Schauplätzen? In diesem Zusammenhang erläuterte Herr Prof. Dr. Niefanger die literaturwissenschaftlichen Konzepte der Bewunderungs- und Identifikationsästhetik.

Darüber hinaus wurden mit dem Film Noir auch filmwissenschaftliche Perspektiven auf die Darstellung von Verbrechen einbezogen.

Besonders erfreulich war, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Seminararbeitsthemen vorstellen konnten. Herr Prof. Dr. Niefanger griff diese immer wieder auf und stellte Bezüge zum behandelten Thema her, sodass sich ein anregendes Gespräch entwickelte, das wissenschaftliche Fragestellungen mit den individuellen Interessen der Seminarteilnehmer verband.

Zum Abschluss führte Prof. Dr. Niefanger die Gruppe durch die Räumlichkeiten des Graduiertenkollegs und stellte die Arbeitsplätze der Doktorandinnen und Doktoranden sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte vor. Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur spannende Einblicke in die literaturwissenschaftliche Forschung, sondern auch wertvolle Eindrücke vom universitären Arbeiten und Leben.

Ein herzlicher Dank gilt dem Graduiertenkolleg sowie Prof. Dr. Dirk Niefanger für die freundliche Einladung und den interessanten Austausch.

 

StRin Julia Rüth