EIN GETEILTES DORF MIT GEMEINSAMER GESCHICHTE
Mit strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen, so fing der Ausflug der Klassen 10A und 10C am 20.01.2025 an. Zielort war das abgelegene Dörflein Mödlareuth auch „Little Berlin“ genannt. Nach einer fast zweistündigen Fahrt kamen wir am Ziel an und uns fiel sofort ein weißblinkender Mauerrest auf. Während wir uns im Inneren des Museumsgebäudes aufwärmten, hörten wir einen Vortrag einer Lehrerin und ehemaligen DDR-Bürgerin. Anschließend schauten wir eine 20-minütige Dokumentation rund um den Ort Mödlareuth. In dieser Zeit lernten wir das Dorf mehr und mehr kennen. Die 52 Einwohner verbindet eine gemeinsame Geschichte trotz jahrelanger Mauer. Schon seit dem Mittelalter war das Dorf in einen thüringischen und einen bayrischen Teil getrennt. Schuld daran war der kleine Tannbach, der sich heute noch mitten durch das Dorf schlängelt und eine natürliche Grenze bildet. Trotzdem sah sich Mödlareuth als ganzes Dorf mit gemeinsamer Schule, Verein und Festen. Erst mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dies zum Problem, denn nun bildete der Tannbach die Grenze zwischen zwei Besatzungszonen, ab 1949 zwischen den beiden deutschen Staaten und die Grenze in Mödlareuth wurde, wie die Grenze insgesamt, immer stärker befestigt, bis schlussendlich eine Mauer die beiden Dorfhälften trennte. Das Dorf war geteilt und Verwandte waren für lange Zeit getrennt. Mit diesen Informationen im Hinterkopf begaben wir uns auf den Weg durch das freie Gelände, bei dem wir die nachgestellte Sperrzone und einen Teil der echten Mauer sehen konnten. Eine angrenzende Museumshalle mit Fahrzeugen der 60er Jahre faszinierte einige Schüler sowie Lehrer. Müde, aber voller neuer Eindrücke fuhren wir zurück an die Schule, wo wir um 15.00 Uhr ankamen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Ausflug in das deutsch-deutsche Museum Mödlareuth sehr gelohnt hat, da es informativ und prägend war, sodass man sich die Auswirkungen der deutsch-deutschen Teilung besser vorstellen konnte.
Alwine Töws, 10A