FÜNF IDEEN, FÜNF MÄRKTE - KEIN GESCHÄFTSMODELL WIE DAS ANDERE
Ein Traktor auf dem Schulhof, eine Dating-App oder das Modell eines selbstschreibenden Stiftes: Beim Abschluss des Projekts „Geschäftsmodell entwickeln“ wechselten die Gäste innerhalb kurzer Zeit nicht nur das Produkt, sondern gleich die Branche. Gerade diese Bandbreite machte den diesjährigen Abschlusspitch der 10. Klassen besonders.
Im Fach Wirtschaft und Recht hatten die Jugendlichen in Gruppen aus ersten Ideen tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt. Sie untersuchten Probleme und Zielgruppen, analysierten die Konkurrenz und beschäftigten sich mit Produktion, Marketing, Vertrieb und Finanzierung. Fünf Teams qualifizierten sich für das Finale vor einer externen Jury.
Eine Plattform gegen ein gesellschaftliches Problem
Die Vare UG nahm den demografischen Wandel in den Blick. Besonders deutlich zeigt sich dieser in Südkorea, wo die Geburtenrate sehr niedrig ist. Der Unternehmensgründer entwickelte deshalb eine staatlich verifizierte Dating-App für Menschen mit ernsthaften Beziehungsabsichten. Die Problemanalyse und statistische Simulationen überzeugten.
Ein Gestell, zwei Looks
Chameleon setzte auf eine Produktinnovation. Selbsttönende Brillengläser werden im Sonnenlicht dunkler, die Fassung bleibt jedoch unverändert. Das Team plante deshalb eine Fassung, die sich gemeinsam mit den Gläsern einfärbt. Für Entwicklung und Vertrieb stellte sich die Gruppe eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen wie Fielmann vor.
Wechselsohlen statt mehrerer Paar Schuhe
Moodstep verfolgte einen modularen Ansatz: Ein modischer Schuh soll mit Sohlen für Fußball, Laufen oder die Halle ausgestattet werden können. Die Gruppe verband ihre Idee mit Überlegungen zu Produktion, Vermarktung und Nachhaltigkeit.
Wenn ein Stift Teilhabe ermöglicht
Unternehmertum mit sozialem Engagement verband Scripto Velo. Ein Stift soll gesprochene Wörter aufnehmen und automatisch in der persönlichen Handschrift auf Papier übertragen – ohne Laptop oder zusätzliches Gerät. Das Produkt soll Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht oder nur schwer selbst schreiben können, zu mehr Selbständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe verhelfen. Ein Modell aus einfachen Materialien machte die Vision anschaulich.
Bauer Willi, ein Traktor und zu viele Leerfahrten
Besonders praxisnah arbeitete Schwertong Precision Craft. Ausgangspunkt war ein Problem aus der Forstwirtschaft: „Bauer Willi“ kann das schwere Gegengewicht zum Anheben von Baumstämmen und einen Anhänger nicht gleichzeitig transportieren. Die Jugendlichen konstruierten deshalb ein angepasstes Gewichtsschild mit integrierter Anhängevorrichtung. So bleibt das Gegengewicht am Traktor, während zugleich ein Anhänger mitgeführt werden kann.
Die Gruppe überzeugte mit technischem Wissen, Modellen, Werbevideo, Homepage und Social-Media-Auftritten. Höhepunkt war das fertige Bauteil, das auf dem Schulhof direkt am Traktor begutachtet werden konnte. Theorie und Praxis lagen bei diesem Pitch ungewöhnlich nah beieinander.
Fachfragen statt Schonprogramm
Nach den Präsentationen mussten sich die Teams den Fragen einer fachkundig besetzten Jury stellen. Ihr gehörten Lisa Wolf von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Michael Schütz vom Herrenhofbund, Manfred Weth von der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, Michael Brehm von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Haßberge und der Haßfurter Gründer Yannick Reuß an. Die Fachleute stellten sie gezielt Fragen zu technischen Aspekten oder wirtschaftlicher Tragfähigkeit und gaben konkrete Rückmeldungen.
Die fünf Ideen ließen sich kaum nach demselben Maßstab beurteilen. Eine digitale Plattform benötigt andere Partner und Finanzierungsmodelle als eine Brillenfassung, ein medizinisches Hilfsmittel andere Entwicklungswege als ein Sportschuh. Gemeinsam war allen Gruppen, dass sie ein reales Problem erkannten und daraus eine schlüssige unternehmerische Lösung entwickelten. Der Einsatz, der weit über die reguläre Unterrichtszeit hinausgingen, wurde mit Preisen der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge sowie des Herrenhofbundes gewürdigt.
Wir wünschen allen Jugendlichen viel Erfolg dabei, ihre Visionen weiter zu verfolgen und bedanken uns recht herzlich für das wertvolle Feedback der Jury.
StR Kevin Kühnlein, StRin Martina Wessel und StRin Karina Hetterich



PIZZAOFEN FÜR DAS RMG
Nach einem halben Jahr Vorarbeit durch die Gartenbau-P-Seminare für den Fundament-, Sockel und Überdachungsbau wurde an den RMG-Tagen der Pizzaofen selbst gebaut.
Eine motivierte Gruppe aus 15 Schülerinnen und Schülern errichtete den großen Lehmbackofen unter Anleitung des Lehmofenbauers Herrn Christian Hey von der Firma HEYWERK. Am ersten Tag wurde der Ofenboden gebaut und die Lehmsteinkuppel gemauert. Am zweiten Tag wurde der Ofen mit einer Strohlehmwandung isoliert, die Brennkammer gereinigt und nachgearbeit, das Rauchrohr installiert und anschließend trockengeheizt. Am kommenden Schulfest findet die eigentliche „Feuertaufe“ des Ofens statt.
StR Volker Pfenning

STUDIENTAG GESCHICHTE DER KLASSE 9abcde
Heimatgeschichtliche Quellen erlauben einen anschaulichen Zugang zur Vergangenheit, besonders dann, wenn es sich um persönliche Aufzeichnungen oder Erinnerungen von Zeitzeugen handelt. Davon konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Geschichtsklasse 9abcde am 17.7. 2026 im BIZ überzeugen. Dort begaben sie sich mit Kreisheimatpfleger Wolfgang Jäger auf die Spuren von Hermann Koch, der 1912 in Birkach (Burgpreppach) zur Welt kam, im Zweiten Weltkrieg zur Wehrmacht eingezogen wurde und 1942 in Alexejewskoje (Russland) fiel. Während seines Einsatzes an verschiedenen Fronten schrieb Koch zahlreiche Briefe in die Heimat. Diese persönlichen Aufzeichnungen, die von der Familie Koch Jahrzehnte lang aufbewahrt und vor wenigen Jahren schließlich an Kreisheimatpfleger Wolfgang Jäger übergeben wurden, gewähren einen sehr konkreten Einblick in den Kriegsalltag. Die Zeitdokumente zeigen die Ereignisse aus der unmittelbaren Perspektive eines Betroffenen und sind daher besonders aufschlussreich. Kein Wunder also, dass die Schülerinnen und Schüler dem Vortrag von Herrn Jäger mit ausgesprochenem Interesse folgten. Der Rest des Studienvormittages war der deutschen und europäischen Nachkriegsgeschichte gewidmet. Hier arbeiteten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer mehrstündigen Unterrichtseinheit an verschiedenen Quellen und erweiterten ihre Kenntnisse über den Ost-West-Konflikt, die Gründung der Bundesrepublik und das Grundgesetz.
StRin Antonia Heinrich
RMG-TAGE BEGEISTERN RUND 1000 SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER

Mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Angeboten haben die RMG-Tage am 27. und 28. Juli 2026 das Regiomontanus-Gymnasium in einen lebendigen Ort des Entdeckens, Ausprobierens und gemeinsamen Lernens verwandelt. In der letzten Schulwoche stand für die rund 1.000 Schülerinnen und Schüler nicht der gewöhnliche Unterricht auf dem Stundenplan. Stattdessen konnten sie ihren Interessen folgen, neue Fähigkeiten erwerben und ungewohnte Erfahrungen sammeln.
Die Lehrkräfte des RMG hatten dafür insgesamt 55 abwechslungsreiche Projekte vorbereitet. Das Angebot reichte von Feuer und Flamme - Kochen auf dem offenen Feuer über Qigong bis zu Löten und Holzwerken. Das Highlight aber war der Pizzaofen, der unter Anleitung und Aufsicht eines Lehmbaumeisters gefertigt wurde. Bereits am zweiten Tag konnte schon die erste Pizza darin gebacken werden.


Im Vorfeld durften alle Schülerinnen und Schüler drei Wünsche abgeben. Die organisatorische Herausforderung bestand darin, rund 1.000 Teilnehmende möglichst gerecht auf die zahlreichen Angebote zu verteilen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Jede Schülerin und jeder Schüler wurde einem der drei persönlichen Wunschprojekte zugeordnet. Damit war die wichtigste Voraussetzung für zwei motivierende und erfolgreiche RMG-Tage unter dem Motto Raum für Miteinander und Gemeinschaft geschaffen.
Auf dem Schulgelände wurde anschließend gekocht, gelötet, gesägt, gestaltet, geforscht, gespielt und entspannt. Dabei ging es nicht allein um neue Kenntnisse. Auch Eigeninitiative, Zusammenarbeit und der Austausch über Klassen und Jahrgangsstufen hinweg spielten eine wichtige Rolle.
Die positive Stimmung war überall spürbar. Statt müder Gesichter kurz vor den Sommerferien prägten Neugier, Begeisterung und sichtbarer Stolz auf die eigenen Ergebnisse das Bild. So zeigten die RMG-Tage eindrucksvoll, wie vielfältig Lernen sein kann, wenn Schülerinnen und Schüler eigene Interessen einbringen dürfen. Die vielen interessierten und glücklichen Gesichter machten deutlich: Diese beiden Tage waren ein gelungener Abschluss des Schuljahres und ein besonderes Gemeinschaftserlebnis für das gesamte RMG.
OStRin Claudia Vermeer
DEMOKRATIE HAUTNAH ERLEBEN - 11. KLASSEN DES RMG LERNTEN ANDERS

Vom 8. bis 14. Juli 2026 standen vier Schultage am RMG im Zeichen der Demokratie. Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe nahmen an einem fächerübergreifenden Projekt teil, das Demokratie nicht als abstrakten Lehrplaninhalt, sondern als gelebte Ordnung erfahrbar machen wollte.
Nach einem gemeinsamen Einstieg in den Klassen konnten die Jugendlichen sich selbst drei verschiedene Arbeitsaufträge aus allen Fächern zusammenzustellen, die sie im Anschluss eigenverantwortlich bearbeiteten. Thematisch waren diese an das Rahmenthema Demokratie angedockt und reichten von nachhaltiger Stadtplanung, der Debatte über ein PFAS-Verbot bis hin zur mathematisch richtigen Interpretation von Daten und Statistiken. Dabei erhoben sie unter anderem selbst Daten oder gestalteten Mini-Ausstellungen und weitere kreative Produkte.
Die anschließenden Planspiele, in denen demokratische Entscheidungsprozesse simuliert und hautnah erprobt wurden, wurden von vielen Schülerinnen und Schülern als Höhepunkt der Woche betrachtet. Innerhalb der Klassen wurden dabei Themen wie Generationengerechtigkeit oder Digitalpolitik aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, um dann in verschiedenen Rollen zu einem Kompromiss zu gelangen.
Besonders eindrücklich war der Abschlusstag: Lokale Institutionen wie das Mehrgenerationenhaus, das BIZ oder die Polizeiinspektion sowie Kommunalpolitikerinnen und -politiker besuchten die Schule und standen den Jugendlichen Rede und Antwort. „Was bedeutet es, tagtäglich Verantwortung im demokratischen System zu tragen?“ oder „Was eint verschiedene Generationen?“ waren Fragen, auf welche die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag persönliche Antworten erhielten.
Das Projekt wurde von Lehrkräften verschiedener Fächer gemeinsam entwickelt und begleitet. Das Ziel, den Schülerinnen und Schülern demokratische Werte als Basis des Zusammenlebens zu vermitteln und mit konkreten Bezügen zur Lebenswelt der Jugendlichen greifbar zu machen, konnte durch die andere Art des Unterrichtens mit einem hohen Fokus auf einer Eigenverantwortlichkeit der Jugendlichen gelungen umgesetzt werden.
OStR Daniel Beck











