SPANNENDE DEBATTEN BEIM SCHULFINALE JUGEND DEBATTIERT

Ein Wahlrecht für Kinder und Schüler, die ihre Schule selbst putzen?
Am Freitag, den 23. Januar 2026, fand das große Schulfinale für die zwölf Klassensieger der 9. Jahrgangsstufe und acht Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II statt. Bereits in der zweiten Stunde begannen die ersten drei Qualifikations-Debatten der Sekundarstufe I zur Streitfrage Soll eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden? In der zweiten Runde wurde das Thema Soll für das Fahren von E-Scootern eine Führerscheinpflicht gelten?“ behandelt, während sich die Oberstufenschülerinnen und -schüler mit der Forderung nach einem elternunabhängigen BAföG auseinandersetzten.


Nach den Vorrunden, die in den Klassenzimmern ausgetragen wurden, begrüßten Schulkoordinator OStR Simon Sperl und unser Schulleiter OStD Dr. Martin Braun das Publikum im Silberfisch. Dieser freute sich über die rege Beteiligung am Wettbewerb und betonte die Bedeutung des Debattierens für die persönliche Entwicklung der Jugendlichen und für die Vermittlung demokratischer Werte.
Soll das Wahlalter zur Bundestagswahl auf sieben Jahre gesenkt werden? - Zu diesem auf den ersten Blick eher realitätsfernen Vorschlag entwickelte sich eine spannende Finaldebatte der Sekundarstufe II, in der Julia Meyer (Q13) und Max Göbel (Q13) für die Pro-Seite sprachen, während Michael Ilzhöfer (Q12) und Daniel Raudszus (11A) die Contra-Seite repräsentierten. Anschließend traten die Finalisten der Sekundarstufe I zum Thema Sollen Schülerinnen und Schüler ihre Schule selbst putzen?“ auf die Bühne. Auf der Pro-Seite debattierten Anna Martin (9D) und Emilia Marley (9A), während Clara Maag (9E) und Sina Pieroth (9D) die Contra-Seite vertraten. Alle Finalisten waren hervorragend vorbereitet und setzten die im Unterricht gelernten Tipps erfolgreich um.


Während die Jury die Finaldebatte auswertete, bedankte sich Herr Sperl bei allen Helferinnen und Helfern und überreichte Urkunden an alle Klassensiegerinnen und -sieger sowie die Jurorinnen und Juroren. Nach dem wertschätzenden und konstruktiven Feedback der Jury erfolgte die Siegerehrung durch Herrn Dr. Braun. Anna Martin (1. Platz) und Sina Pieroth (2. Platz) aus der Sekundarstufe I sowie Julia Meyer (1. Platz) und Daniel Raudszus (2. Platz) aus der Sekundarstufe II werden das RMG beim Regionalfinale in Münnerstadt vertreten. Wir wünschen ihnen viel Erfolg in der nächsten Runde!
Selina Winkler (11A)
DER ZERBROCHNE KRUG - LUSTSPIEL VON HEINRICH VON KLEIST

Am Freitag, den 30.01.2026 durften die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eine gelungene Inszenierung der Neuen Werkbühne München zur Abitur-Pflichtlektüre "Der zebrochne Krug" von Heinrich von Kleist aus dem Jahr 1811 auf der Bühne des Silberfischs genießen.
Die Neue Werkbühne München arbeitet als professionelles Tourneetheater für die Schulen in Bayern. Ihr Schwerpunkt liegt auf klassischen und literarischen Stoffen. In werkgetreuen und zugleich für die Gegenwart zeitgemäßen Inszenierungen stellen sie die Aussage des Stückes in den Mittelpunkt ihrer Aufführungen. Damit sie im Rahmen zweier Schulstunden gespielt werden können, werden die Stücke gekürzt. So auch bei dem abiturrelevanten Klassiker von Heinrich von Kleist. Die Theateraufführung zeigte auf humorvolle und zugleich kritische Weise menschliche Schwächen und Machtmissbrauch. Im Mittelpunkt stand Dorfrichter Adam, der einen Gerichtsfall leitet, obwohl er selbst der Schuldige ist. Die Schauspieler überzeugten durch ausdrucksstarkes Spiel, vor allem die Darstellung des Dorfrichters, der sich durch seine Lügen immer weiter in Ungereimtheiten verstrickt. Durch gezielte Betonung komischer Szenen wurde das Publikum häufig zum Lachen und Schmunzeln gebracht. Insgesamt war die Aufführung gelungen und machte deutlich, dass Kleists Werk auch heute noch aktueller denn je ist. Nach der 60-minütigen Vorstellung stellten sich die Schauspieler den Fragen der Schülerinnen und Schüler und erklärten beispielsweise ihr Bühnenbild sowie die Besonderheiten ihrer Rollen.
Humor und Gesellschaftskritik verbanden sich zu einem unterhaltsamen und lehrreichen Vormittag für die Oberstufe, die sich mit tosendem Applaus bei den Schauspielern bedankte.
StRin Carolin Hölzner


STRAFRECHT IN DER PRAXIS: EIN SPANNENDER SCHULTAG IM AMTSGERICHT
Am 21. Januar 2026 unternahmen zehn Schülerinnen und Schüler des Leistungsfachs Wirtschaft und Recht eine Exkursion zum Amtsgericht Haßfurt. Der Besuch fand im Rahmen des Lehrplanthemas „Strafrecht“ statt und bot den Jugendlichen die Möglichkeit, strafrechtliche Inhalte aus dem Unterricht in einem realen Gerichtsverfahren zu erleben.
Während ihres Aufenthalts verfolgten die Schülerinnen und Schüler zwei Gerichtsverhandlungen, die ihnen auf unterschiedliche Weise wertvolle Einblicke in die Arbeit der Justiz ermöglichten.
Im ersten Fall erhielten die Lernenden einen Einblick in die Strafverfolgung bei Drogendelikten. Durch die Befragung von Zeugen sowie die Einblendung von Beweismitteln wurde die Beweisermittlung anschaulich verdeutlicht. Das im Unterricht erworbene Wissen half den Jugendlichen, den Ausführungen des Richters zur Erfüllung der Straftatbestände zu folgen. Besonders deutlich wurde dabei die Bedeutung der Subsumtion einzelner Tatbestandsmerkmale, da eine genaue Abgrenzung zwischen verschiedenen Straftatbeständen erforderlich war. Schließlich gelangte der Richter unter Berücksichtigung verschiedener Straftheorien sowie der Grundsätze der Strafzumessung zu seinem Urteil.
Der zweite Fall endete schneller als zunächst erwartet und ohne eine weitere Urteilsverkündung. Dennoch wurden grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien, insbesondere Verfahrensrechte sowie der Schutz von Einsatzkräften, anschaulich verdeutlicht.
Zwischen den beiden Verhandlungen nahmen sich sowohl der Richter als auch die Staatsanwältin ausführlich Zeit, um Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten. Dabei gaben sie zum einen vertiefende Einblicke in die jeweiligen Verfahren, zum anderen warben sie durch persönliche Eindrücke für eine juristische Laufbahn.
Auch nach der zweiten Verhandlung stellte sich der Richter den zahlreichen weiteren Fragen der Gruppe. Im Anschluss führte er die Schülerinnen und Schüler durch das Gerichtsgebäude. Neben den Sitzungssälen erhielten die Jugendlichen exklusive Einblicke in sonst nicht öffentlich zugängliche Bereiche, darunter eine Haftzelle, Besprechungsräume sowie Dienstzimmer.
Die Offenheit, Authentizität und das große Engagement des Richters, der sich viel Zeit für die Gruppe nahm, hinterließen bei den Schülerinnen und Schülern einen besonders nachhaltigen Eindruck.
Der Gerichtsbesuch war somit eine sehr gelungene Exkursion.
StRin Karina Hetterich

„INVESTIEREN? SCHON KLAR! - AKTIEN, ETFs & CO. VERSTÄNDLICH ERKLÄRT"
Am 19. Januar 2026 lud das BIZ alle 10.Klassen in die Räumlichkeiten im Silberfisch zum Vortrag „Investieren? Schon klar! – Aktien, ETFs & Co. verständlich erklärt" von Herrn Schirmer ein. Ziel der Veranstaltung war es, Schülerinnen und Schülern grundlegendes Finanzwissen zu vermitteln und sie in ihrer Handlungsfähigkeit bei der Geldanlage zu stärken.
Zu Beginn wurde ausdrücklich betont, dass es sich weder um Anlageberatung noch um eine Aufforderung zum Handeln handelte.
Herr Schirmer startete direkt mit der Leitfrage, warum es sinnvoll ist, sich bereits früh mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen. Neben mehr finanziellem Spielraum im Alltag – etwa für Freizeit, Führerschein oder größere Anschaffungen – wurde auch auf langfristige Herausforderungen hingewiesen. Der demografische Wandel führt zu einem sinkenden Rentenniveau, während die Inflation dafür sorgt, dass unverzinstes Geld an Wert verliert.
Im Anschluss wurden die Grundlagen des Investierens erläutert. Investitionen sollten langfristig ausgerichtet sein, wobei emotionsgetriebene Entscheidungen aus Panik, Angst, Gier oder Euphorie möglichst vermieden werden sollten. Besonders anschaulich wurde die Bedeutung des Zinseszinseffekts bei einem langfristigen Anlagehorizont mithilfe eines Online-Tools dargestellt.
Darauf aufbauend erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über verschiedene Formen der Geldanlage, darunter Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten, der Aktienmarkt sowie ETFs und Fonds mit Fokus auf Risikostreuung. Ergänzend wurden Rohstoffe, Kryptowährungen und die Bedeutung des Humankapitals aufgeführt. Herr Schirmer legte einen großen Wert auf die klare Abgrenzung von Daytradinggegenüber langfristigem Investieren und betonte hier die problematische Marketingstrategie in sozialen Medien.
Zum Abschluss gab es praktische Tipps zur Analyse von Einnahmen und Ausgaben, zur Entwicklung einfacher Strategien und zur Automatisierung durch Sparpläne.
Herr Schirmer wusste die Schülerinnen und Schüler über 90 Minuten zu fesseln und motivierte in kleinen Fragerunden zu einer Wiederholung. Die Süßigkeitentüte war hier natürlich auch ein willkommener Helfer. Eine offene Fragerunde und individuelle Gespräche rundeten den Vortrag ab. Der Vortrag leistete einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Bildung und vermittelte den Schülerinnen und Schülern wertvolle Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld.
Wir bedanken uns herzlich bei Frau Schiller vom BIZ sowie Herrn Schirmer.
StRin Karina Hetterich

UNERHÖRTE GESCHICHTEN - EINE AUDIO-TOUR DURCH DAS ALTE TESTAMENT
Wer kennt es nicht? Das Gefühl der Verwirrung beim Betrachten eines Kunstwerkes, das auf den ersten Blick Fragen aufwirft. Was wird eigentlich dargestellt? Welche historischen Bezüge gibt es und welche Themen werden angesprochen? Ohne Hintergrundwissen können wir ein Bild oft gar nicht richtig verstehen.
Das merkten auch die Schülerinnen und Schüler der katholischen Religionsgruppe 6C/6F beim Betrachten von Gemälden zu Geschichten aus dem Alten Testament - wo zunächst Ratlosigkeit herrschte, konnten nach einer intensiven Beschäftigung mit den zugrunde liegenden Bibelstellen zielsicher Details erkannt und Bezüge hergestellt werden. Ein wirkliches Aha-Erlebnis, das so manchem die Augen öffnete und zu einer ganz neuen Wahrnehmung des Bildes führte. Und dieses Erlebnis soll natürlich geteilt werden.
So erstellten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen einen Audio-Guide zu je einem dieser Gemälde - mit Wissen, Kreativität und Eifer fassten sie die Handlung und die Botschaft der Geschichten auf verständliche und ansprechende Weise zusammen, so wie man es eben aus einem Museum kennt. Und das Ergebnis konnte auch gleich praktisch getestet werden - dafür verwandelte sich das Forum in ein Mini-Museum und die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Religionsgruppe 6A/6E/6F wurden als Besucher eingeladen. An verschiedenen Stationen, die von den Expertengruppen betreut wurden, konnten sie dann in die Welt des Alten Testaments eintauchen und ihr eigenes Wissen prüfen. Woher kommt nochmal das Sprichwort David gegen Goliath? Und was war das salomonische Urteil? Diese und viele weitere Fragen konnten durch den Audio-Guide der Mitschülerinnen und Mitschüler gelöst werden - ein einfaches Scannen der QR-Codes brachte Licht ins Dunkel und es entstanden angeregte Gespräche über die oft nicht ganz einfachen, gleichzeitig aber spannenden Geschichten. Am Ende waren auch die Museums-Besucher zu Experten geworden und konnten sich im mitreißenden, interaktiven Quiz-Duell beweisen.
Was im Gedächtnis blieb, war schließlich nicht nur das neu erworbene Wissen, sondern die Freude am gemeinsamen Arbeiten und die Erkenntnis, dass die Geschichten des Alten Testaments keineswegs verstaubt oder langweilig sind - sie sind Teil unserer Kultur und finden sich auch in Kunst, Musik, Literatur und Sprache wieder. Wer sie kennt, hört und sieht dies einfach besser.
StRin Viviane Dellert











