GEMEINSAM GELERNT, GELACHT UND GEKÄMPFT 2022 07 05 Aktuelles Abiturfeier Header

"Adios Amigos - Zwölf Jahre Siesta, jetzt gibts Fiesta". Unter diesem Motto stand die Abschlussfeier der diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten am Regiomontanus-Gymasium in Haßfurt. Natürlich war das Motto scherzhaft gemeint, denn dass keine "Siesta" gehalten wurde, beweisen die Zahlen. 103 Schülerinnen und Schüler bestanden mit Erfolg die Prüfungen und erzielten eine Durchschnittsnote von 2,16. Mit Tina Aumüller, Nikolas Finke, Noah Seelmann und Alexa Wüscher erreichten Vier sogar die Traumnote von 1,0, die mit dem Preis des Elternbeirates und dem Theodora-Hirt-Preis für die beste Gesamtleistung ausgezeichnet wurden.

Auch unter den Preisträgern für die besten Leistungen in einzelnen Bereichen waren die Schulbesten vertreten. So erhielten Nikolas Finke und Alexa Wüscher zusammen mit Tim Sauer und Anna Sophia Schleich den Regiomontanus-Preis für die besten Prüfungsarbeiten mit der vollen Punktzahl (15 Punkte) im Fach Mathematik. Preise des Herrenhofbundes für Bestleistungen wurden an Noah Seelmann (Moderne Fremdsprachen), Luise Hahm, Nele Markfelder, Franziska Roth, Noah Seelmann und Alexa Wüscher (alle Deutsch), Emma Willinger (Sport), Nikolas Finke (Naturwissenschaften) und für besondere Verdienste um die Schulgemeinschaft an Nikolas Finke und Nele Markfelder verliehen. Der Preis der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge für herausragende Leistungen in den Abiturprüfungen in Wirtschaft und Recht ging an Lena Kraus. Patrick Hübner und Christian Keßler glänzten im Fach Chemie und bekamen dafür den Preis der Apotheke Büchlein. Latein ist das Steckenpferd von Maximilian Kräml und Magnus Wirth, die in den Prüfungen mit 15 Punkten an der Spitze standen und damit den Flavius-Josephus-Preis, gestiftet von Dr. Antje Deusel, ihr Eigen nennen können. Gleich sieben Preisträger gab es für das MINT-EC-Zertifikat. Voraussetzungen hierfür waren die Belegung von drei MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik) durchgängig in der Oberstufe sowie das W-Seminar im MINT-Bereich und zusätzliche Aktivitäten wie zum Beispiel Wettbewerbe und Wahlkurse. All dies erfüllten Nikolas Finke, Martin Jäger, Jan Kübler, Jonas Laubender, Kilian Roth, Tim Sauer und Jennifer Schick.

Für die Schulabgänger verabschiedeten sich Lena Bedenk und Yannik Schug: "Mit dem Abi in den Händen werden wir zu Legenden". Man habe gemeinsam gelernt, gelacht und gekämpft, aber trotz Schulstress die meiste Zeit viel Spaß gehabt. Als besondere Aktion hatten die Abiturienten bei der Entlassfeier eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Ein besonderer Abi-Wein wurde verkauft, aus dessen Erlös durch den Hersteller je Flasche eine Mahlzeit für Menschen in Not gespendet wird.

"Ihr habt in der Schulgemeinschaft selbst erfahren, was Professor Ringel, dieser österreichische Psychiater und Vertreter der Individualpsychologie auch gesagt hat: „Es geht nicht nebeneinander und schon gar nicht gegeneinander, es geht nur miteinander.” Mittlerweile seid ihr zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen - und so habt ihr euch gemeinsam dieses Abitur erarbeitet! Es mussten keine Nachholtermine für verpasste schriftliche Prüfungen angesetzt werden und zu jeder Kolloquiumsprüfung waren alle Personen absolut pünktlich und zuverlässig anwesend", sagte Schulleiterin Maria Eirich. Die Oberstudiendirektorin beglückwünschte zusammen mit Oberstufenkoordinator Thomas Lux jeden einzelnen Schüler bei der Zeugnisübergabe persönlich und wünschte den Mädels und Jungs, dass sie noch oft im Leben eine echte Gemeinschaft mit einem Wir-Gefühl erleben dürfen.

"Dass Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, es mit einer , ausgeprägten Disziplin und einer gehörigen Portion Pragmatismus geschafft haben, durch diese wirklich nicht einfachen Zeiten zu kommen und ihr Abitur erfolgreich abgelegt haben, nötigt uns allen allergrößten Respekt ab und führt uns eindrucksvoll vor Augen, was Ihren Jahrgang in besonderem Maße auszeichnet", sagte Landrat Wilhelm Schneider, der sich für die Schüler freute, nach den Corona-Einschränkungen endlich wieder den Schulabschluss in altbewährter Art und Weise feiern zu können.

Musikalisch umrahmt wurde die Abiturfeier von Solisten Lena Bedenk am Klavier, Alexa Wüscher an der Gitarre und Hannes Rudolph mit seiner Trompete. Außerdem erklangen schöne Melodien vom Vokalensemble unter der Leitung von Thomas Hümpfner, dem Orchester (Leitung Wioletta Baumgartner-Sauer) und der Bigband (Leitung Andrea Selig). Beim gemütlichen Teil nach der offiziellen Feier sorgte die Lehrer-Band für Stimmung auf der Freifläche vor dem "Silberfisch".

Text: Christian Licha

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Fotos:

1 Bedenk und Yannik Schug verabschiedeten sich im Namen ihrer Mitschüler.

2 Die Schulbesten glänzten mit der Traumnote 1,0. Im Bild von links Alexa Wüscher, Tina Aumüller, Nikolas Finke und Noah Seelmann.

3 103 Schülerinnen und Schüler bestanden mit Erfolg ihre Abiturprüfungen am Haßfurter Regiomontanus-Gymnasium.

4 Endlich konnte die Abifeier wieder im gewohnten Rahmen im "Silberfisch" durchgeführt werden.

5 Unter anderem das Schulorchester umrahmte die Abifeier musikalisch.

6 Die Besten in den einzelnen Bereichen erhielten als Auszeichnung Preise durch die Sponsoren.

Diese Schülerinnen und Schüler haben erfolgreich das Abitur am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt bestanden:
Tina Aumüller (Zeil), Laura Bähr (Theres), Michelle Baron (Knetzgau), Tamara Bauer (Haßfurt), Lilly Baumgartner (Knetzgau), Marlene Beauchamp (Hofheim), Lena Bedenk (Zeil), Elisa Bergerhoff (Königsberg), Derya Bergner (Haßfurt), Benet Berisha (Zeil), Vincent Berwind (Eltmann), Filis Betz (Bundorf), Marcel Bock (Riedbach), Amelie Brändlein (Wonfurt), Elsa Caupert (Hofheim), Sophia de Clerk (Ebelsbach), Vanessa Deißler (Haßfurt), Elleny Derleth (Hofheim), Madlene Derra (Haßfurt), Aylin Dix (Haßfurt), Nikolas Finke (Wonfurt), Luis Firsching (Haßfurt), Niklas Fösel (Oberaurach), Andre Frank (Ebelsbach), Alina Gerhardt (Haßfurt), Michelle Göpfert (Königsberg), Maxim Gorohovschi (Haßfurt), Luise Hahm (Hofheim), Ritaj Hamad (Haßfurt), Kai Hampel (Sand), Janine Hauck (Königsberg), Anne-Sofie Heueck (Knetzgau), Leander Hofmann (Haßfurt), Johanna Horch (Gädheim), Patrik Hübner (Haßfurt), Lucas Jäger (Oberaurach), Martin Jäger (Knetzgau), Marie Kaufmann (Knetzgau), Christian Keßler (Hofheim), Maximilian Kräml (Riedbach), Lena Kraus (Sand), Tommy Kraus (Haßfurt), Jan Kübler (Eltmann), Jonas Lahl (Knetzgau), Pia-Marie Lang (Haßfurt), Jonas Laubender (Theres), Alexander Liebl (Gädheim), Antonia Liehr (Theres), Anna-Lea Madeheim (Haßfurt), Emma Mainhart (Donnersdorf), Nele Markfelder (Oberhaid), Astrid von Marklowski (Haßfurt), Marie Mühlbauer (Sand), Mona Mühlfelder (Haßfurt), Maya Müller (Haßfurt), Emma Neubauer (Riedbach), Alicia Neumer (Zeil), Angelika Nguyen (Haßfurt), Melina Niedt (Kirchlauter), Lean Pfaab (Haßfurt), Joshua Raab (Haßfurt), Jana Rau (Haßfurt), Liana Reis (Haßfurt), Carolin Renner (Knetzgau), Kilian Röth (Zeil), Franziska Roth (Hofheim), Luca Säger (Theres), Tim Sauer (Zeil), Leon Scharbert (Sand), Adrian Schenk (Sand), Jennifer Schick (Zeil), Elena Schill (Knetzgau), Felix Schimmer (Hofheim), Anna Schleich (Haßfurt), Tim Schlotthauer (Zeil), Timo Schmalz (Knetzgau), Doreen Schnaus (Knetzgau), Anabell Schneider (Zeil), Sina Schneider (Haßfurt), Jule Schnös (Knetzgau), Julian Schöpplein (Stettfeld), Annika Schütz (Zeil), Yannik Schug (Oberaurach), Alicia Schwab (Knetzgau), Noah Seelmann (Ebelsbach), Letizia Smuda (Wonfurt), Nicolas Spannheimer (Wonfurt), Dominik Spomer (Haßfurt), Felix Streit (Oberaurach), Tizian Stütz (Wonfurt), Raphael Tran (Haßfurt), Niklas Ullrich (Theres), Maren Wagner (Haßfurt), Leon Weigel (Rauhenebrach), Marie Werner (Wonfurt), Emma Willinger (Riedbach), Larissa Wirsing (Königsberg), Magnus Wirth (Haßfurt), Alexa Wüscher (Knetzgau), Luca Zanette (Eltmann), Theresa Zettelmeier (Haßfurt), Anna Zibert (Haßfurt), Maja Zieg (Ebelsbach).

SOMMERSERENADE AM RMG 

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Am Mittwoch, den 22.06.2022, fand ab 19 Uhr das Sommerkonzert des RMG statt. Viele Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Freunde des Gymnasiums fanden sich im Silberfisch ein, um die musikalische Leistung der einzelnen Schulensembles sowie der Solistinnen und Solisten zu würdigen.  

Zu Beginn eröffnete das Schulorchester unter der Leitung von StRin Violetta Baumgartner-Sauer die Veranstaltung. Mit den Stücken Smells Like Teen Spirit von Nirvana und I´ll Be There For You aus der TV-Serie Friends gelang den 13 Musikern auf der Bühne ein sensationeller Einstieg.

Nach der Begrüßung durch OStDin Maria Eirich bereicherte der Unterstufenchor die diesjährige Sommerserenade mit dem Amerika-Song und dem Gespensterkongress. Beide Stücke sind aus dem Musical Das Gespenst von Canterville, das im März 2023 in Haßfurt auf die Bühne kommen wird. Voller Begeisterung sangen die jungen Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Matthias Göttemann vom Land Amerika und beschrieben dabei detailreich, wie man sich einen „echten Ami“ vorzustellen habe.

Im Anschluss präsentierte Anna Hoang (10C), als erste Solistin des Abends, das Lied Skyfall von Adele gekonnt und gefühlvoll am Klavier.

StR Thomas Hümpfner leitet die Junior Big Band seit diesem Schuljahr und diese interpretierte die Stücke The Wellermann, ein neuseeländisches Seemannslied, sowie the Ecstasy Of Gold.

Des Weiteren trat Dominik Lenhart am Marimbaphon auf und begeisterte das Publikum mit dem Lied Land, das er sehr gefühlvoll darbot.

Im Anschluss betrat das Streichensemble die Bühne und wurde von der Schülerin Charlotte Hacker (Q11) am Klavier begleitet. Insgesamt neun Musikerinnen und Musiker spielten Dawn from „Pride und Prejudice“ auf ihren Streichinstrumenten unter der Leitung von Marina Andreeva.

Nachdem Sebastian Günther (Q11) am Bariton Marche Solennelle gelungen vorgespielt hatte, präsentierte Elena Barth (Q11) begleitet von StR Thomas Hümpfner, She Used To Be Mine von Sarah Bareilles.

Neben dem Vokalensemble (Q11), das drei altbekannte Lieder - Live is Life, Hollywood Hills und Cant´t Help Falling In Love - stimmsicher zum Besten gab, traten noch die Solisten Hannes Rudolph (Q11) an der Trompete, Lina Behr (Q11) an der Querflöte und Charlotte Hacker (Q11) am Klavier auf. Fehlerfrei präsentierten sie ihr Können an den jeweiligen Instrumenten, sodass das Zuhören ein Genuss war.

Einen fulminanten Abschluss des Abends bot die Big Band dem Publikum unter der Leitung von StRin Andrea Selig. Bei den eingängigen, rhythmischen Melodien Copacabana, Star Wars und Uptown Funk konnte sich das Publikum kaum auf den Stühlen halten und belohnte das Dargebotene mit einem riesigen Applaus. 

Ein gelungener, kurzweiliger Abend neigte sich nach eineinhalbstündigem Programm dem Ende entgegen und die gesamte Schulfamilie freut sich schon auf das nächste Schulkonzert, an dem die Schülerinnen und Schüler musizieren und singen.

Eben einfach mal zeigen, was sie können! Zauberhaft!

 

StRin Carolin Hölzner

 

Eindrücke vom Sommerkonzert

HEDWIG ROST BRINGT BALLADEN ZUM KLINGEN

2022 05 30 Unterricht Deutsch Balladenvortrag 7 11 

Am Montag, den 30. Mai 2022, fand im Forum des RMG ein Balladenvortrag für die 7. Jahrgangsstufe statt. Die Schauspielerin und Geschichtenerzählerin Hedwig Rost von der Kleinsten Bühne der Welt trug folgende Balladen sehr anschaulich und musikalisch gestaltet vor.  

Hedwig Rost

Die erste Ballade handelte von einem armen Geiger, welchem auf dem Rücken ein Buckel wuchs. Als er sich eines Abends von der Arbeit auf den Heimweg machte, sah er schöne Frauen auf dem Marktplatz. Er begann für diese ein Lied zu spielen und die Frauen tanzten dazu. Zum Dank nahmen sie ihm den abscheulichen Buckel vom Rücken. Ob der Mann nun glücklich wurde, blieb offen. 

In der zweiten Ballade ging es um drei Hexen, die eine Bahnbrücke zerstören wollten. Am 28. Dezember 1879 ereignete sich das Unglück, als ein Zug über die Brück' am Tay fuhr. Dabei gab es mehr als 100 Tote. Frau Rost erklärte, dass in Theodor Fontanes Ballade die Hexen für die unberechenbare Natur standen, und wir sammelten noch weitere Beispiele, in denen die Natur stärker als die Technik war. 

Die dritte Ballade, welche von Heinrich Heine stammte, war eine Geschichte aus der Bibel, die wir bereits aus dem Deutschunterricht kannten. Sie handelte von einem Königsmahl des Königs Belsazar. In jener Nacht versammelten sich viele Knechte, um mit dem König zu feiern. Im Laufe des Abends betrank sich Belsazar, bis er einen großen Fehler beging: Er griff nach einem Becher voller Wein, welcher aus dem Tempel Jehovas geraubt war, und trank ihn aus. Plötzlich kam eine Hand hervor und schrieb Buchstaben von Feuer an die Wand. Noch in derselben Nacht wurde der König von seinen Knechten ermordet.

In der vierten Ballade ging es um eine Frau aus Messina, deren Sohn Nikola den ganzen Tag im Meer verbrachte. Als die Mutter schimpfte, er solle doch ein Fisch werden, ging ihr Fluch in Erfüllung und er wurde halb Mensch halb Fisch. Als der König das erfuhr, gab er Kola den Auftrag, um Sizilien zu schwimmen, um ihm zu berichten, was er sah. Kola fand drei Säulen, die Messina trugen, doch er fand keinen Meeresgrund. Der König befahl ihm erneut hinunterzutauchen und diesmal sah Kola einen riesigen Fisch, der ein Schiff verschlang. Als er ein drittes Mal hinabtauchen musste, kehrte er nie zurück.

Die Ballade Der Erlkönig von Johann Wolfgang Goethe handelte von einem Vater, der mit seinem Sohn durch die Nacht ritt. Während des Rittes behauptete der Sohn, dass er die Töchter des Erlkönigs sehe. Der Vater beruhigte ihn aber und meinte, es seien nur die alten Weiden. Eine kurze Zeit später sagte der Sohn seinem Vater, dass er vom Erlkönig berührt wurde. Der Vater bekam es mit der Angst zu tun und floh auf den Hof. Dort bemerkte er, dass sein Sohn tot war.  

In der letzten Ballade musste sich ein Mann auf einen Deal mit dem Kaiser einlassen. Sollte er die Regeln missachten, würde er hingerichtet werden. Geschickt konnte er aber die Regeln umgehen und behielt sein Leben. 

Die Balladen wurden von Frau Rost musikalisch und kreativ zur Schau getragen, sodass man sich in die Handlung hineinversetzen konnte. Wir würden uns wünschen, dass derartige Vorträge häufiger stattfinden.

 

Jasmin Hübner, Hannah Hüttner, Hannah Kohler, Greta Spies (7C)

MIT ERASMUS+ NACH ESTLAND UND PORTUGAL

In Zeiten von Corona ist es gar nicht so einfach, länderübergreifend ein europäisches Projekt zu organisieren und voranzutreiben. Nach der Eröffnung unseres laufenden Projektes Changing to democracy: Democracy and totalitarianism in Europe after 1945 im Jahr 2019 mussten wir dieses zunächst aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen verschieben bzw. auf Eis legen. Mittlerweile ist viel passiert … und auch unsere Partnerschulen haben sich auf die Möglichkeit kollaborativen Arbeitens in Zeiten von Corona umgestellt, sodass es uns nun möglich ist, unser Projekt im hybriden Verfahren zu Ende zu führen.

 

Die Singing Revolution in Estland 

Vor den Osterferien 2022 nahm eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Jahrgangsstufe im hybriden Verfahren an einer Mobilitätswoche im laufenden Erasmus+ Projekt Changing to democracy: Democracy and totalitarianism in Europe after 1945 in Estland teil. Während Vertreter und Schüler unserer Partnerschulen in Estland zu Gast sein durften, widmeten sich unsere Schülerinnen und Schüler dem Thema in einer digitalen Projektwoche und in kollaborativen Workshops und Gruppenarbeiten in digitalen Foren mit den Schülern in Estland. Im Mittelpunkt stand die friedliche Revolution Estlands im Rahmen der Singing Revolution und die Auseinandersetzung mit der Geschichte Estlands sowie dessen Wandel hin zur Demokratie.

 

Impressionen zur Mobilitätswoche in Estland

 

Eine besondere Rolle in der Geschichte spielte hierbei die Musik und das sogenannte Song festival Laulupidu, das alle fünf Jahre stattfindet und zu dem auch heute noch zehntausende Menschen pilgern. Die Tradition des Liederfestes wurde 1869 gegründet im Kontext des Erstarkens eines estnischen Nationalbewusstseins. 2003 wurde das Festival zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt (UNESCO Weltkulturerbe).

 

Song festival Laulupidu

 

1988 begann im Zeichen von Glasnost und Perestroika die Singing Revolution. Tausende Sänger brachten auf dem Lauluväljak, dem Sängerfeld, patriotische Lieder und ihre Forderungen nach Freiheit zum Ausdruck. So wurde das Sängerfestival 1990 zum Ausdruck des Unabhängigkeitsbestrebens der Esten und dem friedlichen Wandel hin zur Demokratie.

Bis heute ist das Singen und Tanzen sowie die Pflege der eigenen Sprache fester Bestandteil der estnischen Kultur und Tradition, was insbesondere unsere Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt hat.

 

Die Nelkenrevolution - Portugals Weg zur Demokratie

Die Nelkenrevolution ist ein Thema, das in den bayerischen Geschichtsbüchern eher weniger zu finden ist. Dabei stellt sie Portugals Weg zur Demokratie und das Ende des Estado Novo am 25. April 1974 dar und führte die portugiesischen Kolonien in die Freiheit. Ihren Namen verdankt die Revolution den roten Nelken, die die aufständischen Soldaten in ihre Gewehrläufe steckten.

Im Rahmen einer weiteren Projektwoche nahm eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern an einer Mobilitätswoche in Portugal teil. Im Mittelpunkt standen neben der Geschichte Portugals und dem Weg in die Demokratie das Kennenlernen des portugiesischen Regimes und der Umgang mit Oppositionellen im System. Darüber hinaus ging es um staatliche Zensur und Überwachung sowie Strategien und Formen des Umgangs damit.

 

Impressionen zur Mobilitätswoche in Portugal

 

1926 hatte sich in Portugal eine Militärjunta etabliert, wobei ab 1932 unter Salazar der Staat (Estado Novo) zu einer Diktatur ausgebaut wurde. Begleitet von Maßnahmen der Repression wie Pressezensur und Folter schuf Salazar eine geschlossene, vormoderne und in sich geschlossene Gesellschaftsstruktur. Ab 1933 wurden die Unterdrückungsmaßnahmen durch den Aufbau einer Staatsschutzpolizei nach dem Vorbild und mit Unterstützung der Gestapo durchgesetzt. Dies führte zur Einrichtung von Spezialgefängnissen und Sondergerichten nach deutschem Vorbild. Die große Masse der Bevölkerung wurde bewusst in Armut, Unwissenheit und Rückständigkeit gehalten, um den Portugiesen die „Übel der Moderne zu ersparen“. Die vierjährige Grundschule für das Volk verstand Salazar als Zugeständnis. Über ein Drittel des Volkes waren unter Salazar Analphabeten. 

So wurden die Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Woche in die Geschichte Portugals seit den 1920er-Jahren und das System des Estado Novo eingeführt und lernten zentrale Merkmale einer Diktatur kennen. Darüber hinaus besuchten die Schüler verschiedene Orte, die als Orte des Systems und Orte für die Revolution eine große Rolle spielten, wie z. B. das Gefängnis gegen den Widerstand in Lissabon, das ehemalige Militärgelände in Santarém oder wichtige Eckpunkte der Revolution. Der Kavallerieschule Santarém kam bei dem Umsturzversuch die wichtigste Rolle zu: nämlich die Besetzung des Terreiro do Paco in Lissabon.

Besonders interessant in diesem Kontext war das Gespräch mit Antonio Manuel Gracia Correia, einem ehemaligen Mitglied der portugiesischen Armee und Coronel Tirocinado de Cavalaria. Dieser hatte an den Ereignissen der Nelkenrevolution aktiv teilgenommen und schilderte den Schülern die Vorgänge und den Umgang mit Anhängern des Regimes. Überraschend dabei war für die Schüler, wie friedlich letztlich die Revolution stattgefunden hatte, denn das Militär übergab kurz nach dem Sturz der Regierung bzw. des Estado Novo die Regierungsgewalt an das Volk.

 

OStRin Alexandra Weber

 

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LERNEN AUSSERHALB DES KLASSENZIMMERS

2022 04 26 Unterricht Latein Exkursion zur Saalburg 17

 

Seit dem Ende der Osterferien ist es endlich wieder erlaubt, Exkursionen an außerschulische Lernorte durchzuführen. Ziel dabei ist es, außerhalb des Klassenzimmers theoretische Lerninhalte praxisorientiert anzuwenden. So durften die 6. Klassen im April einen ganzen Tag ins Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg fahren und ihr Wissen in den Fächern Latein und Geschichte vertiefen.

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Schildkrötenformation
2022 04 26 Unterricht Latein Exkursion zur Saalburg 12
Übung im Schwertkampf

Nachdem am Dienstag, den 26. April 2022, in den Klassen 6A und 6C in den Klassenzimmern zunächst die obligatorischen Pooltests durchgeführt worden waren, stand der Bus schließlich am Busparkplatz des Schulzentrums zur Abfahrt bereit. Der Busfahrer kündigte Masken- und Gurtpflicht an, dann ging es auch schon los. Alle Kinder hatten auf der dreistündigen Fahrt sehr viel Spaß: Einige winkten den Autofahrern, ein paar spielten Karten, andere begannen plötzlich zu singen. Da es schon den Morgen über geregnet hatte, änderte sich das Wetter leider auch den ganzen Tag nicht und die Schülerinnen und Schüler stiegen um 11.11 Uhr bei strömendem Regen am Römerkastell aus. Doch ein tolles Programm trotzte dem Wetter.

Die Klasse 6A begann mit einem Gladiatorentraining, bei dem alle Kinder nachgebaute Römerschilde und Kurzschwerter ausprobierten und römische Befehle lernten. Bei „Ad dextram!“ drehte sich die Klasse eine Vierteldrehung nach rechts, bei "Ad sinistram!" nach links. Weiterhin marschierten alle im Gleichschritt und probierten einige Formationen mit Schilden aus. Es war gar nicht so einfach, eine Schildkrötenformation zu bilden und sich gegen Softbälle zu verteidigen!

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Führung durch das Römerkastell

Während die Klasse 6A das Aktivprogramm durchführte, erhielt die Klasse 6C eine Führung durch das komplette Kastell. Dabei erhielt man einen guten Einblick, wie z. B. ein Wachturm aufgebaut war, wie die Legionäre untergebracht waren, wie gekocht wurde oder der Tagesablauf eines Legionärs strukturiert war.

Nach der Hälfte der Zeit wechselten die beiden Klassen das Programm. Um 13.30 Uhr endeten dann alle Aktivitäten. Etwas Zeit zur freien Verfügung blieb noch, sodass zum Beispiel der Souvenirshop unsicher gemacht werden konnte. Um 14.00 Uhr startete der Bus wieder in Richtung Haßfurt, wo alle voller bunter Eindrücke drei Stunden später ankamen.

 

Mona Lediger (6A)